Sommer, Sonne...sorglos? Unfallversicherung wird häufig unterschätzt

Die meisten Unfälle passieren im Sommer.  

Sommerzeit ist Ferienzeit. Und auch ohne Fernurlaub verbringen die Österreicher die warme Jahreszeit am liebsten mit allerlei Aktivitäten. Doch ein Blick auf die Unfallstatistik zeigt: Gerade in den Sommermonaten passieren die meisten Unfälle. Und die Betroffenen sind, anders als bei Arbeitsunfällen, nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

Wenn es heiß ist, lockt es die Menschen in die Bäder und an die Seen. Mit Freude kann man die Ausgelassenheit und Unbeschwertheit beobachten, die das gute Wetter vielerorts freisetzt. Doch macht gute Laune bekanntlich oftmals auch übermütig. Und wer denkt beim Sprung vom Beckenrand, beim Grillvergnügen oder bei der Trekking-Tour durchs Gelände schon gerne ständig nur an die Gefahr oder drohende Konsequenzen?

Doch diese Unbeschwertheit hat auch eine Schattenseite. Inzwischen passieren mehr als 70% aller Unfälle in der Freizeit. Im Jahre 2009 verunglückten 836.000 Österreicher, was kaum einer weiß: 610.500 Menschen - das sind ¾ aller Unfälle, passieren Zuhause, in der Freizeit oder beim Sport. Für 2.587 Menschen endeten Unfälle im Jahr 2009 sogar tödlich. 68 Prozent der tödlichen Unfälle passierten zu hause, in der Freizeit oder beim Sport. 24 Prozent der tödlichen Unfälle ereigneten sich im Straßenverkehr, sieben Prozent bei der Arbeit oder in der Schule. Dass gerade in den Sommermonaten die Unfallraten nach oben schnellen, liegt auf der Hand. Wenn die Anzahl an Freizeitaktivitäten zunimmt, dann steigt natürlich auch die Gefahr unvorhergesehener Ereignisse.

Was bedeutet es nun aber, dass 30% aller Unfälle auf der Arbeit geschehen? Gerade wenn man bedenkt, dass in dieser Statistik natürlich auch alle Berufe mit höheren Gefahrenpotentialen berücksichtigt werden. Ist die Gefahr eines Fernfahrers, in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt zu werden, nicht viel höher als bei Privatfahrten zum nächsten Supermarkt? Wieso kann sich ein Stahlkocher sicherer fühlen als ein Hobbykoch? Und was ist mit dem höheren Verletzungsrisiko von Berufsgruppen wie Schweißern, Feuerwehrleuten oder Polizisten?  

Tatsache ist, dass alle beruflichen Tätigkeiten einer sehr genauen Betrachtung durch die Berufsgenossenschaften unterzogen werden. Gefahrenquellen werden soweit wie möglich minimiert, Verletzungsrisiken eingedämmt und Arbeitsabläufe hinsichtlich aller Sicherheitsmaßnahmen optimiert.

In unserem Leben in der Freizeit gibt es keine vergleichbaren Schutzmaßnahmen. Und das ist im Prinzip auch gut so. Denn wenn der strenge Blick des Bademeisters auch nur nerven mag - wenn wir bei unserer Küchenarbeit oder in unserem Hobbykeller noch immer eine amtlich bestellte Sicherheitsfachkraft an unserer Seite dulden sollten, wäre unsere Geduld für Maßregelungen sicher schnell erschöpft. Freizeit bedeutet eben auch ein gewisses Risiko

Problematisch ist, dass der gesetzliche Versicherungsschutz die Unfallbetroffenen sehr ungleich auffängt. Denn während es für Unfälle in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit einen sehr hohen Unfallschutz durch die Berufsgenossenschaften gibt, fehlt dieser, zumindest hinsichtlich der gesetzlichen Pflichtversicherungen, für den Privatmenschen völlig.

Und wie leicht dies zu harten Konsequenzen führen kann, mag ein kleines Denkspiel verdeutlichen:

Ein verheiratetes Taxifahrerpaar verabredet sich an einer Tankstelle, um bei Schichtwechsel das Fahrzeug zu übergeben. Der Mann übernimmt das Taxi und übergibt seiner Frau den Privatwagen. Er betankt noch das Taxi und seine Frau begleitet ihn in die Tankstelle, um sich noch für den Abend eine Zeitschrift zu kaufen. Beide stolpern aus Nachlässigkeit auf dem Weg zur Kasse und ziehen sich unglücklicherweise komplizierte Knochenbrüche zu, die eine Wiederaufnahme der Arbeit als Taxifahrer ausschließen.

Mag doch das Beispiel selbst eher unwahrscheinlich erscheinen, so erhellt doch die Parallelität der Ereignisse die dramatischen Lücken im gesetzlichen Unfallversicherungsschutz: der Mann erhält aufgrund seines Arbeitsunfalls Unterstützung. Neben Krankengeld hat er Anspruch auf ausgedehnte Rehabilitationsmaßnahmen und bekommt Leistungen wegen Berufsunfähigkeit.

Die Frau, die am gleichen Ort den gleichen Unfall hatte, bekommt mittelfristig : Nur Sozialleistungen ! Da der Kauf einer Zeitschrift den Heimweg unterbricht, handelte es sich im engeren Sinne nicht um einen Wegeunfall und sie hatte keinen Arbeitsunfall.

Unabhängige Experten raten deshalb dringend zum Abschluss einer privaten Unfallversicherung, um diese gefährliche Lücke zu schließen. Denn wenn es für den gesetzlich Unfallversicherten einen Schutz nur noch für die Fälle gibt, die statistisch nicht einmal mehr ein Drittel der Unfälle ausmacht, reicht die obligatorische Absicherung offensichtlich nicht mehr aus.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote aus dem Bereich der privaten Unfallversicherungen. Um Geld zu sparen und sicherzugehen, dass man auch wirklich das richtige, auf die persönlichen Erfordernisse zugeschnittene Produkt auswählt, empfehlen Verbraucherschützer vor dem Abschluss einer Unfallversicherungspolice die Nutzung unabhängiger Vergleichsportale im Internet.  

So kann man sicher sein, das richtige Angebot zu finden.  

Und unbeschwert und sorgenfrei den Sommer genießen- mit Sicherheit!  

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