Die private Unfallversicherung schützt Sie weltweit und rund um die Uhr – auch in der Freizeit, wo die gesetzliche Unfallversicherung der AUVA nicht greift. Bei bleibender Invalidität zahlt sie ein Kapital nach Gliedertaxe und Progression. Erwachsene zahlen laut durchblicker meist 150 bis 300 Euro pro Jahr. Ein Tarifvergleich lohnt sich, weil Leistung und Bedingungen stark variieren.
Die private Unfallversicherung leistet weltweit und rund um die Uhr – auch bei Freizeit-, Haushalts- und Sportunfällen, die die gesetzliche Unfallversicherung der AUVA nicht abdeckt. Kernstück ist ein Invaliditätskapital, das nach dauerhafter Beeinträchtigung anhand der Gliedertaxe und einer vereinbarten Progression ausgezahlt wird.
Gesetzlich oder privat: die Freizeitlücke
Die gesetzliche Unfallversicherung (AUVA) leistet nur bei Arbeits- und Wegunfällen sowie Berufskrankheiten. Laut Arbeiterkammer ereignen sich jedoch rund 70 Prozent aller Unfälle – nach manchen Erhebungen bis zu drei Viertel – in der Freizeit. Genau diese Lücke schließt die private Unfallversicherung.
| Situation | Gesetzliche UV (AUVA) | Private Unfallversicherung |
|---|---|---|
| Arbeitsunfall | Ja | Ja |
| Wegunfall (Arbeitsweg) | Ja | Ja |
| Freizeit- und Sportunfall | – | Ja |
| Haushalts- und Gartenunfall | – | Ja |
| Unfall im Urlaub / Ausland | – | Ja (weltweit) |
Was kostet die private Unfallversicherung?
Die Prämie hängt vor allem von der Versicherungssumme, der Progression, dem gewählten Bausteinen und der Risikoklasse des Berufs ab. Als grobe Orientierung (Quelle: durchblicker):
| Profil | Prämie (Richtwert pro Jahr) |
|---|---|
| Erwachsene:r | ca. 150–300 € |
| Familie | ab ca. 240 € |
| Student:in inkl. Unfallrente | ab ca. 350 € |
Monatlich entspricht das meist rund 10 bis 50 Euro. Die konkrete Prämie ergibt sich immer aus dem individuellen Tarif.
Wie wird die Leistung berechnet?
Bei bleibender Invalidität bestimmt die Gliedertaxe den Invaliditätsgrad je verlorenem oder funktionsunfähigem Körperteil. Die Progression (häufig 225 %, teils bis 500 %) erhöht die Auszahlung bei hohen Invaliditätsgraden überproportional. Seit 2022 gibt der Versicherungsverband Österreich (VVO) keine Empfehlung mehr zur Höhe der Gliedertaxe – ein Vergleich der Bedingungen ist deshalb besonders wichtig.
Worauf Sie beim Vergleich achten sollten
- Versicherungssumme und Progression – entscheidend für die Leistung bei schwerer Invalidität.
- Gliedertaxe-Werte – höhere Prozentsätze bedeuten mehr Kapital.
- Bausteine wie Unfallrente, Taggeld, Bergungskosten und kosmetische Operationen.
- Ausschlüsse und Wartezeiten in den Versicherungsbedingungen.
Was beeinflusst den Preis?
Die Prämie einer privaten Unfallversicherung setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Standardtarife beginnen laut Vergleichsportalen wie durchblicker bei rund 16 Euro pro Monat, für Erwachsene reicht die Bandbreite aber von etwa 150 bis 300 Euro im Jahr. Entscheidend sind vor allem:
- Versicherungssumme: Empfohlen werden mindestens 100.000 Euro, besser 150.000 Euro oder mehr, damit Reha, Umbauten und Einkommensausfall gedeckt sind.
- Progression: Höhere Staffeln (225 %, 350 % bis 500 %) erhöhen die Prämie, aber auch die Leistung bei schwerer Invalidität.
- Berufsrisikoklasse: Körperlich riskante Berufe kosten mehr als Bürotätigkeiten.
- Eintrittsalter: Jüngere Versicherte zahlen weniger, weil das Risiko schwerer Unfallfolgen geringer eingestuft wird.
- Zusatzbausteine: Unfallrente, Taggeld sowie Bergungs- und Reha-Kosten treiben die Prämie.
Leistungen & Deckungen im Detail
Die private Unfallversicherung ist modular aufgebaut. Neben dem Invaliditätskapital lassen sich zahlreiche Bausteine kombinieren:
| Baustein | Leistung | Besonders sinnvoll für |
|---|---|---|
| Invaliditätskapital | Einmalzahlung nach Gliedertaxe und Progression | alle Versicherten |
| Unfallrente | monatliche Rente ab definiertem Invaliditätsgrad | Familien, Alleinverdiener:innen |
| Taggeld | Tagsatz bei unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit | Selbstständige |
| Bergungskosten | Bergung und Rücktransport, oft mehrere tausend Euro | Berg- und Wintersport |
| Kosmetische Operationen | Kosten für Wiederherstellungseingriffe | alle Versicherten |
Rechenbeispiel 2026
Ein vereinfachtes Beispiel zeigt, wie stark die Progression wirkt. Bei einer Grundsumme von 125.000 Euro und 350 % Progression kann die Auszahlung bei sehr schwerer Invalidität auf mehrere hunderttausend Euro steigen – Fachleute empfehlen eine Maximalauszahlung von mindestens 750.000 Euro.
| Invaliditätsgrad | Ohne Progression (125.000 €) | Mit 350 % Progression (Richtwert) |
|---|---|---|
| 25 % | ca. 31.000 € | ca. 31.000 € |
| 50 % | ca. 62.500 € | ca. 125.000 € |
| 100 % | 125.000 € | bis ca. 437.000 € |
Die genaue Staffel legt jeder Versicherer selbst fest; die Werte sind Richtwerte zur Veranschaulichung.
So schließen Sie ab oder wechseln Sie
- Bedarf klären: Versicherungssumme, Progression und nötige Bausteine anhand von Beruf, Familie und Hobbys festlegen.
- Tarife vergleichen: nicht nur die Prämie, sondern Gliedertaxe-Werte, Progressionsstaffel und Ausschlüsse gegenüberstellen.
- Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden.
- Neuen Vertrag lückenlos abschließen, bevor der alte endet.
- Bestehenden Vertrag fristgerecht und schriftlich kündigen – meist zum Ablauf der Versicherungsperiode; nach einer Prämienerhöhung ohne Mehrleistung besteht ein Sonderkündigungsrecht.
Unfallversicherung für Kinder und Familien
Kinder sind über die gesetzliche Unfallversicherung nur in Schule, Kindergarten und auf dem Weg dorthin geschützt – die meisten Unfälle passieren aber in der Freizeit. Eine private Unfallversicherung leistet auch dort und ist für Kinder oft günstig, weil das Berufsrisiko entfällt. Familientarife bündeln Eltern und Kinder in einem Vertrag und beginnen laut durchblicker bei rund 240 Euro pro Jahr.
- Kinder: Schutz rund um die Uhr, auch im Verein und im Urlaub.
- Familientarif: ein Vertrag für mehrere Personen, oft mit Beitragsvorteil.
- Unfallrente: sichert bei schwerer Invalidität den laufenden Bedarf.
Häufige Fehler
- Zu niedrige Versicherungssumme: Ohne ausreichende Grundsumme reicht selbst eine hohe Progression nicht.
- Nur auf den Preis schauen: Seit 2022 gibt der VVO keine Gliedertaxe-Empfehlung mehr – die Bedingungen der Anbieter unterscheiden sich deutlich.
- Progression unterschätzen: Sie wirkt vor allem bei schweren Unfällen, wo der finanzielle Bedarf am größten ist.
- Bausteine ignorieren: Bergungskosten oder Unfallrente fehlen in günstigen Basistarifen oft.
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